Elisabeth Biedermann (Head of Content/Reed): Die Messe wird Content Plattform Nummer Eins.

Elisabeth Biedermann (Head of Content/Reed): Die Messe wird Content Plattform Nummer Eins.

Stellenausschreibungen zum Social Media Content Manager oder  Content Creator findet man auf den einschlägigen Jobportalen, wie karriere.at oder stepstone.at jede Menge. Aber die Rolle >> Head of Content << zählt in Österreich sicherlich noch zu einer Rarität. Oliver-John Perry/Leitung Marketing Communication bei Reed Exhibition Austria will mit seinem neuem MARCOM-Konzept, die Themenführerschaft, die letztlich in ein Messe-Format gipfeln soll, übernehmen. Eine starke Ansage. Dafür braucht es ein starkes Team.

Seit 01.01.2020 zählt Elisabeth Biedermann, vormals Chefredakteurin des technischen Fachmagazins >> factory << in der neu-geschaffenen Rolle >> Head of Content << zu diesem starken Team. Damit nimmt Sie, die bekannt dafür ist Ihre Meinung zu sagen, auch wenn das manchmal unbequem wirkt, zweifelsfrei eine zentrale Rolle ein, wenn es um den Erfolg des Konzeptes geht. Umso mehr freut es mich, dass Sie sich mit mir – in gewohnt zackiger Weise – über Content, Channels und Kampagnen unterhalten hat.

 

Katharina:

Welchen neuen Wege wirst Du als >> Head of Content << bei Reed Exhibition Austria gehen?

Elisabeth:

Den gleichen, den ich immer gegangen bin: Mit den richtigen Themen, Menschen bewegen.

 

Katharina:

Heute spricht jeder über Story und Content. Man gewinnt den Eindruck, dass man ohne einer guten Story keine Kunden mehr gewinnen kann. Wie siehst Du das? Und, was sind für Dich die Ingredienzien einer wirklich guten Story?

Elisabeth:

Dem kann ich nur zu 100 Prozent zustimmen. Die wichtigste Ingredienz ist für mich die Kunst beim Leser Emotionen hervorzurufen. Denn sind wir uns ehrlich, wenn mir in den ersten fünf Sekunden eines Videos oder in der ersten Zeile eines Textes das Gesicht einschläft, ist die Botschaft weg.

 

Katharina:

Wie unterscheidest Du Gelaber von Content?

Elisabeth:

In den ersten 5 Sekunden meiner kostbaren Aufmerksamkeit trennt sich die Spreu vom Weizen recht schnell (lacht).

Katharina:

Du wirst, so vermute ich, ab jetzt für eine bunte Vielfalt von unterschiedlichen Messen, Content kreieren. Wie gelingt Dir der Spagat in der Kreation des Contents, der sich von der Automobil- und Jagd- bis hin zur Industriemesse, um einen kleinen Auszug der Reed Messen zu nennen, widerspiegeln soll?

Elisabeth:

Gott sei Dank arbeite ich daran nicht allein. Mit meinem Team, das aus 15 fähigen Content-und Brand Managern besteht, sind wir für die Zukunft gut gerüstet. Unser Credo: Wir bringen guten Content auf die Straße und das mit den richtigen PS.

 

Katharina:

Wie findest Du die richtigen Buzzwords und Codes?

Elisabeth:

Wer sich viel in Medien bewegt, so wie ich,  bekommt ein Gefühl für die Buzzwords und Codes.  Zusätzlich existieren schöne digitale Helferlein, die wir gezielt einsetzen.

 

Katharina:

Das zweite C neben dem Content steht für Channels? Auf Basis welcher Kriterien definiert Ihr die Aussteuerung des Contents?

Elisabeth:

Alle Maßnahmen gipfeln schlussendlich im Format >> Messe <<. Die Messe wird die Content-Plattform Nummer Eins. Eine Messe definiert sich längst nicht mehr über Standfläche und Besucherzahlen, sondern über die Themenführerschaft. Die Hannover Messe ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich Messen heute zu Content-Plattformen wandeln.

 

Katharina:

Welche Channels bevorzugst Du für B2B und B2C?

Elisabeth:

Ich finde es amüsant, dass derzeit eine gewaltige Welle an KMUs glaubt, LinkedIn sei DER Kanal für ihren Content. Das hat bei Facebook schon nicht funktioniert und wird es auch hier nicht. Gleich welcher Kanal, Kanäle müssen vor allem regelmäßig bespielt werden. Und, jetzt lehne ich mich mal aus dem Fenster: Ich glaube, dass das durchschnittliche KMU ganz andere Themen hat. Leider manifestiert sich in letzter Zeit der Irrglaube in manchen Chefetagen, dass Präsenz in Magazinen (Fachmedien und Co) – und ich rede hier nicht nur von der klassischen Anzeige – durch eigene LinkedIn und Facebook-Kanäle ersetzt werden können. Das ist ein netter aber unnützer Versuch.

 

Katharina:

Kampagnen leben von relevantem Content. Aber Relevanz ist ein breites aber auch gleichzeitig auf das Ziel betrachtet sehr spitzes Wort. Wie checkst Du vor der Aussteuerung, ob der Content ankommt?

Elisabeth:

Zuerst versuchen wir zu spüren, ob der Content emotionalisiert – darin bekommt man nach so vielen Jahren Erfahrung. Aber nichts desto trotz oder gerade auch deswegen verifizieren wir den Content immer anhand von knallharter, ungeschönter Datenanalyse.

 

Katharina:

Woran scheitern Kampagnen?

Elisabeth:

An altem Wein in neuen Schläuchen.

 

Danke für das Gespräch und auf viele neue Weine, die so manchen Irrglauben den Garaus machen!

Katharina

 

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